Dass das Mitteilungsbedürfnis der Menschen in diesen jahren unglaublich groß ist, erkennt man schon an den Uunmengen an Blogs und Homepages die im Netz rumschwirren.
Jeder heutzutage hat einen Blog oder eine Hp (ichs chließe mich natürlich nicht aus.. wär auch dämlich, da ichd as ja auf meinem Blog schreibe Ôo). Manche haben einen tieferen Sinn, andere wollen einfach erzählen wie der Tag so war oder was alles passiert ist, andere erzählen von Hobbies usw.
Aber nicht nur das zeigt auf wie viel Mitteilungsbedürfnis besteht.
In letzter Zeit ist es kaum zu etragen mit den meisten Menschen zu reden. Klingt vlt übertrieben, aber es ist einfach so.
Man muss vielen Menschen gegenüber eine Wahnsinnskraft entwickeln um ihnen etwas zu erzählen.
Das fiel mir besonders nach dem Tod meines Vaters auf und erst betraf es garnicht mich, sondern meine Mutter.
Wenn sie mit wem gesprochen hat (jeder wollte mit ihr sprechen) dann kam sie meist nicht weit, denn sie wurde schnell von einem "ich weiss was du meinst" o.ä. und dann einer Geschichte unterbrochen. Jeder erzählte ihr von seinem Leid und dass er so weiss wies ihr geht, aber niemand hörte ihr zu. Also gab sie auf irgendwas zu sagen.
Und dann fiel mir auf das das bei mir nicht anders war. Ich habe in dieser Zeit viele Menschen gemieden oder es gemieden mit ihnen zu reden, aus genau diesem Grund.
Und jetzt wo die gröbste Phase der Trauer vorbei ist, fällt mir auf, das ist einfach so.
Niemand hört zu, jeder redet, will über sich reden und nur die wenigsten lassen einen ausreden.
Da werden falsche Schlüsse gezogen weil man keinen Satz zu Ende hört und einem wird ständig dazwischen gesprochen.
Ich selbst achte mittlerweile so akribisch darauf niemandem mehr ins Wort zu fallen, weil ich Angst habe etwas zu verpassen, weil ich weiss wie ich mich fühle. Und ich denke es geht vielen anderen ähnlich.
Solchen Labertaschen kann man entweder nur ganz deutlich sagen, dass man gerne aussprechen möchte (meist ist das aber nicht möglich, weil das was sie erzählen meist eine schreeeckliche Leidensgeschichte ist und man möchte ja nicht unsensibel sein) oder man spricht einfach weiter, das beschwört aber meist ein lauter werden des gegenübers herauf, dann muss man auch lauter werden usw.
Die meisten Gespräche die ich führe privat sowie auf der Arbeit sind für mich mittlerweile unglaublich ermüdend. und ich frage mich, sind ich und mein leben so unglaublich langweilig dass selbst "Freunde" mir nicht zuhören können wenn ich sie mal brauche, was ich eh schon nicht mehr so oft tu, genau deswegen?
Zumindest merk ich so wem auch wirklich was an mir liegt..
Es ist nicht so das ich jeden verurteile der mal reinquatscht, passiert mir ja auch manchmal.
Aber manchmal..
Leute - ist es so schwer zuzuhören?
Gehts euch da manchmal ähnlich, oder bild ich mir das ein?